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7. BigBrotherAwards-Verleihung am 20. Oktober 2006 in Bielefeld

Die diesjährigen Deutschen BigBrotherAwards, die „Oscars für Überwachung“ (Le Monde), werden am Freitag, dem 20. Oktober 2006 in Bielefeld verliehen. Die Preisträger – Unternehmen, Organisationen und Politiker – verletzen durch ausufernde Kontrolle, Manipulation und Überwachung erheblich die Privatsphäre der Bundesbürger. Der Preis jährt sich zum siebten Mal und wird in verschiedenen Kategorien, darunter „Politik“, „Verbraucherschutz“, „Wirtschaft“ und „Technik“ vergeben.

In diesem Jahr wurden der Jury dazu über 350 Vorschläge eingereicht; 1.700 Seiten mit Recherche- und Hintergrundmaterial mußte jedes Jurymitglied vor der Entscheidung durcharbeiten. Für die Auswahl zeichnen der FoeBuD, der Chaos Computer Club (CCC), die Deutsche Vereinigung für Datenschutz (DVD), die Humanistische Union, das Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF), der Förderverein Informationstechnik und Gesellschaft (FITUG) sowie die Internationale Liga für Menschenrechte verantwortlich. Die BigBrotherAwards sind international vernetzt.

Wer hat ihn schon bekommen?

Der Name der Preise ist George Orwells Buch „1984“ entnommen, in dem er bereits Ende der vierziger Jahre seine Vision einer zukünftigen Gesellschaft entwarf, die unter totaler Überwachung steht. Durch die BigBrotherAwards soll das abstrakte Thema Datenschutz durch konkrete Beispiele anschaulich und allgemein verständlich gemacht werden. BigBrotherAwards erhielten in den letzten Jahren beispielsweise der Metro-Konzern für den Einsatz von RFID-Schnüffelchips, das Lkw-Mautsystem von TollCollect, Microsoft, die Payback-Kundenkarte, die GEZ, Tchibo direct für den Verkauf ihrer Kundendaten und Otto Schily für sein Lebenswerk. Mit dem „Schwarzbuch Datenschutz“ ist im Nautilus Verlag soeben eine aktuelle Best-of-Sammlung aus sechs Jahren BigBrotherAwards erschienen.

Was ist neu im Jahr 2006?

Auffällig in diesem Jahr ist, dass sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die im Alltag oft gezwungen sind, ihre Bürgerrechte am Fabriktor abzugeben, sich offenbar scheuen, Vorschläge einzureichen. Einen Preis in der Kategorie „Arbeitswelt“ gibt es deshalb in diesem Jahr nicht. Weiterhin auffällig ist, dass die Politik im „Rennen um die eifrigste Datenkrake“ die Wirtschaft nahezu eingeholt hat. Dieses Jahr wird der Preis in der Kategorie „Politik“ deswegen gleich zweimal vergeben.

Die Daten zur Veranstaltung:

BigBrotherAwards-Preisverleihung mit großer Gala, Kabarett, Musik und „unglücklichen Gewinnern“: Freitag 20. Oktober 2006, 17.00 Uhr Historischer Saal, Ravensberger Spinnerei, Bielefeld

Wer nicht persönlich nach Bielefeld kommen kann, kann die Verleihungs-Gala live via Internet ansehen und -hören: Unter http://streaming.foebud.org wird ab 17 Uhr der Stream bereit gestellt.

Hinweis: Demonstration "Freiheit statt Angst"

Am selben Tag, ab 15 Uhr, ruft der bundesweite Arbeitskreis gegen Vorratsdatenspeicherung zu einer Demonstration in Bielefeld gegen den Sicherheitswahn auf. Die Demonstration „Freiheit statt Angst“ startet am Bahnhof Bielefeld und endet rechtzeitig am Veranstaltungsort der BigBrotherAwards.


17.10.2006 12:18