PrivacyDongle – Anonym im Internet surfen
Mit dem PrivacyDongle des FoeBuD e.V. können alle Menschen anonym im Internet surfen. Der kleine USB-Stick beherbergt die Software TorPark, mit der anonyme Kommunikation ohne vorherigen Installationsaufwand möglich ist. Der PrivacyDongle wird einfach in den USB-Port des Windowsrechners am Arbeitsplatz (wenn die private Nutzung der Rechner nicht verboten ist), bei Freunden oder im Internetcafe gesteckt. Dann wählen Sie den Stick an, klicken auf das Programm-Icon, und schon kann es losgehen.
Anonyme Kommunikation im Internet kann ganz einfach sein: Mit dem PrivacyDongle. Der FoeBuD e.V. möchte damit das Recht auf Privatsphäre im Internet stärken und ein Zeichen gegen die geplante Vorratsdatenspeicherung setzen. Der PrivacyDongle besteht aus einem USB-Stick und der Software TorPark (die man übrigens auch beim FoeBuD e.V. herunterladen kann). Der PrivacyDongle kann im FoeBuD-Unterstützungs-Shop gekauft und damit die Arbeit des FoeBuD e.V. unterstützt werden.
Warum anonym surfen?
Zu viele Menschen können tagein, tagaus unsere Spuren im Internet verfolgen. Am Arbeitsplatz z.B. der Arbeitgeber – und der Staat kann es bald immer. Die geplante Vorratsdatenspeicherung betrifft das Surfverhalten aller Bürgerinnen und Bürger. Es soll gespeichert werden wer wann wohin surft. Diesem Eingriff in die Privatsphäre kann man recht einfach begegnen: mit der Software TorPark von Steve Topletz und dem PrivacyDongle des FoeBuD e.V.
Wie funktioniert das?
Die Benutzung ist super-super-einfach. Entweder die Software auf einen USB-Stick kopieren, oder gleich den fertigen PrivacyDongle im FoeBuD-Shop kaufen, da ist bereits alles drauf. Wenn man nun anonym surfen möchte, den PrivacyDongle in einen freien USB-Port des Rechner stecken und auf das Programm-Icon klicken. Nun startet ein modifizierter Firefox-Browser (TorPark), der sich sofort mit dem Tor-Netzwerk verbindet.
Das Tor-Netzwerk besteht aus hunderten Rechnern, die über die ganze Welt verteilt sind. Beim Starten der TorPark-Software wird ein Weg über drei dieser Rechner vermittelt. Durch ein ausgeklügeltes Verschlüsselungsverfahren werden die Surfspuren so verwischt, dass der erste der drei Rechner nicht weiß, welche Webseite angesteuert wird, der letzte der drei kennt das Ziel, aber nicht, wer es aufgerufen hat. Logfiles werden nicht mitgeschrieben. So wird die Anonymität sichergestellt. Obacht! Man bleibt natürlich nur so lange anonym, bis man seinen eigenen Namen irgendwo eingibt, oder sich in ein Forum o.ä. einloggt. Auch sollte man weiterhin „https“ nutzen, denn die Verbindung zwischen dem dritten und letzten Server im Tor-Netzwerk und dem Web-Server wird nicht zusätzlich verschlüsselt. Sensitive Daten, zum Beispiel beim Online-Banking, könnten also bei Nutzung von http statt https „abgehorcht“ werden.
Anonymität heißt Verantwortung
Die Möglichkeit, sich anonym im Internet zu bewegen, bringt auch Verantwortung mit sich. Es ist möglich, Leute zu beleidigen oder Schlechtes über sie zu berichten. Wie im richtigen Leben muss man sich seiner Verantwortung gegenüber anderen bewusst sein, um sich korrekt verhalten zu können (und zu wollen!). Der FoeBuD e.V. möchte diese Technik verbreiten, um ein Zeichen gegen Vorratsdatenspeicherung zu setzen, und um zu zeigen, dass unbeobachtete Kommunikation fruchtbar für die Demokratie ist. Wir bitten darum, die Möglichkeiten auch in diesem Sinne zu verwenden. Möge sich jede und jeder erwachsen verhalten. Auch der Gesetzgeber will anonyme Kommunikation fördern und hat dies z.B. im TDDSG explizit gefordert. Mit dem Unterstützen dieses Services helfen wir, gesetzliche Vorgaben umzusetzen!
Downloads
Sie können die Software auch bei uns herunterladen und selbst auf einen USB-Stick spielen. Die TorPark-Software gibt es in zwei Varianten. Die Variante mit Firefox 2 wird von uns empfohlen. Die Variante mit Firefox 3 ist experimentell, weil die Entwickler der von uns verwendeten Firefox-Erweiterung "Torbutton" noch vor Sicherheitsproblemen im Zusammenhang mit Firefox 3 warnen.
Torpark wurde vom FoeBuD abgeändert (Änderungen sind: deutsche Sprache, schnellere Tor-Software, schlichteres Aussehen, eigene Profileinstellungen und Firefox-Erweiterungen). Das originale Torpark ist inzwischen ein kommerzielles Project unter dem Namen xB Browser geworden.
| Download | MD5 | PGP | Source |
| FoeBuD-Torpark v2.4.1 + Firefox 2 | dad0e26db72c71153f1c32e49b552fad *torpark-2.4.1.exe | Â Signatur | Sourcecode |
| FoeBuD-Torpark v2.4.1 + Firefox 3 | 1ed603ac5ebbd4a3d34e5eb996b99015 *torpark-2.4.1-ff3.exe | Â Signatur |
Bitte beachten Sie: Die Entwicklung, der Vertrieb und der Support des PrivacyDongles geschehen auf ehrenamtlicher Basis und unsere Kapazitäten sind beschränkt. Daher können wir leider nur den Käufern des PrivacyDongles Support gewähren. Der Download und die Nutzung der Software TorPark empfehlen wir ausschließlich computerkundigen Personen.
FAQ für Probleme mit dem PrivacyDongle/Torpark
Was bedeuten die Begriffe „TOR“, „TorPark“ und „PrivacyDongle“?
- TOR: Wir zitieren von der TOR-Webseite www.torprojekt.org, wo Sie auch weitere Informationen finden: Tor ist ein Softwareprojekt, das dir hilft, dich gegen die Analyse der Verbindungsdaten zu schützen. Diese Analyse ist eine Form der Überwachung von Netzwerken, die die persönliche Freiheit und Privatsphäre wie auch vertrauliche Geschäftsbeziehungen und die allgemeine Sicherheit gefährdet. Verbindungen werden durch ein verteiltes Netzwerk von Servern geleitet. Diese Server, genannt Onion Router oder Nodes, werden von Privatpersonen betrieben und schützen dich vor Webseiten, die Profile deiner Interessen erstellen, und vor „Lauschern“, die deinen Datenverkehr abhören und dadurch erfahren, welche Webseiten du besuchst.
- TorPark: Die TorPark-Software ist ein modifizierter FireFox-Browser, in den die Zugangsmöglichkeit zum TOR-Netzwerk integriert wurde. Die Software ist OpenSource.
- PrivacyDongle: Der PrivacyDongle ist der USB-Stick des FoeBuD e.V. auf dem die TorPark-Software so installiert und konfiguriert wurde, dass sie an jedem Windowsrechner mit USB-Anschluss genutzt werden kann, ohne dass weitere Konfigurationsschritte anfallen.
Funktioniert der PrivacyDongle nur unter Windows?
Ja. Der PrivacyDongle funktioniert unter Win98 SE (wenn USB und die Treiber installiert wurden), Win2000, WinXP und Vista 32-bit. Wenn Sie das TOR-Netzwerk unter einem anderen Betriebssystem auf Ihrem Rechner nutzen wollen, finden Sie weitere Informationen auf der TOR-Website unter www.torproject.org.
Wo finde ich die Treiber, wenn ich WIN98 SE nutze?
Für den 1-GB-PrivacyDongle gibt es 2 Treiber, abhängig von den verbauten Controllern und der Rechnerkonfiguration. Sie müssen beide Treiber ausprobieren:
Treiber 1: Download
Treiber 2: Download
Auch für den 128mb-PrivacyDongle gibt es 2 Treiber, abhängig von den verbauten Controllern und der Rechnerkonfiguration. Der Benutzer muss beide Treiber ausprobieren (beide Treiber befinden sich hier in einem Paket):
Treiber: Download
Kann ich die TorPark-Software auch mit einem anderen Browser (z.B. dem Internet Explorer) nutzen?
Nein. Die TorPark-Software ist ein modifizierter FireFox-Browser in den die Zugangsmöglichkeit zum TOR-Netzwerk integriert wurde. Andere Browser brauchen eine feste Installation auf dem Rechner, auf dem sie ausgeführt werden. Außerdem fallen weitere Konfigurationsschritte an. Daher eignen sie sich meist nicht für eine portable Anwendung. Wenn Sie das TOR-Netzwerk mit einem anderen Browser auf Ihrem Rechner nutzen wollen, finden Sie weitere Informationen auf der TOR-Website unter www.torproject.org.
Ich gehe über AOL ins Internet. Muss ich da was beachten?
Nein. Sie aktivieren wie gewohnt die Internetverbindung über AOL und starten dann unsere TorPark-Software.
Funktioniert der PrivacyDongle auch mit USB 1.1?
Der PrivacyDongle funktioniert (im Prinzip) auch mit USB 1.1. Dort dauert der Start allerdings sehr viel länger.
Warum wird der PrivacyDongle mit zwei Versionen (in 128 MB und 1 GB) angeboten?
Da vielen unserer Kunden die 128-MB-Version einen zu geringen Speicherplatz hatte, bieten wir nun auch die 1-GB-Version an.
Manche Kunden möchten beispielsweise – wenn sie den PrivacyDongle an fremden Rechnern z.B. im Internetcafe oder in der Uni nutzen – Bilder, Texte o.ä. herunterladen und diese auf dem PrivacyDongle speichern. Andere möchten den PrivacyDongle nicht nur zum Surfen nutzen, sondern generell als mobilen Datenspeicher.
Kann ich mit dem PrivacyDongle anonym FileSharing (Austausch großer
Dateien, wie Musik oder Filmen, über das Internet) betreiben?
Nein. Das TOR-Netzwerk ist dafür nicht ausgelegt und wird dadurch immens geschädigt. Außerdem wäre die Downloadgeschwindigkeit sehr gering. Weitere Informationen dazu finden Sie hier: klick
Kann ich mit den PrivacyDongle online-banking betreiben?
Der PrivacyDongle erhöht nicht die Sicherheit beim online-banking. Wir raten sogar davon ab, unseren PrivacyDongle zum online-banking zu nutzen. Durch ihn wird lediglich die IP verschleiert, mit der man sich im Internet befindet. Allerdings ergibt es keinen Sinn, seine IP vor seiner Bank verstecken zu wollen, da man sich der Bank gegenüber sowieso identifizieren muss, um online-banking betreiben zu können (z.B durch die Eingabe der Kontonummer und der PIN).
Generell, also auch bei der Nutzung des PrivacyDongle sollten Sie darauf achten, dass oben in der Adressleiste immer ein Schloss zu sehen ist, wenn Sie persönliche Daten über das Internet verschicken, da nur dann die Verbindung verschlüsselt ist und Ihre persönlichen Daten geschützt sind.
Wie kann ich feststellen, dass die Anonymisierung aktiv ist?
Dazu haben Sie zwei Möglichkeiten:
- Unten in der Statusleiste des Browsers steht, ob der Zugang zum TOR-Netzwerk (das Anonymisierungsnetzwerk) aktiviert ("TOR enabled" in grün) oder deaktiviert ("TOR disabled" in rot) ist. Standardmäßig ist der Zugang aktiviert.
- Sie können auch oben in der Leiste auf den Button "IP-Adresse überprüfen" klicken. dann kommen Sie auf eine Seite, auf der Ihnen Ihre IP angezeigt wird. Wenn Sie den Vorgang mit deaktiviertem Zugang (oben auf das Zwiebel-Symbol klicken) wiederholen, müsste Ihnen einen andere (nämlich Ihre echte) IP angezeigt werden.
Warum ist meine Internetverbindung mit dem PrivacyDongle so langsam und was kann ich dagegen tun?
Beenden Sie TorPark und starten Sie es erneut. Ihnen wird ein neuer Tunnel durch das TOR-Netzwerk zugewiesen, der hoffentlich schneller ist.
Grund für langsame Verbindungen ist die hohe Belastung des TOR-Netzwerks. Dies hat vor allem zwei Gründe. Die TOR-Server, genannt Onion Router oder Nodes, werden von Privatpersonen betrieben. Leider gibt es zu wenig TOR-Router (Nodes) im Verhältnis zur in den letzten Monaten stark angestiegenen Nutzerzahl, zum anderen missbrauchen immer mehr Menschen das TOR-Netzwerk, um FileSharing (Austausch großer Dateien über das Internet) zu betreiben. Für FileSharing ist das TOR-Netzwerk weder gedacht noch ausgelegt - es wird durch dieses Verhalten immens geschädigt.
Um diesen Missstand zu begegnen, betreiben auch wir solch einen TOR-Node. Dies allein reicht aber nicht aus. Wenn Sie helfen möchten, können auch Sie einen TOR-Node betreiben (eine Anleitung finden Sie hier: klick) oder andere Menschen finanziell unterstützen, die einen solchen TOR-Node betreiben (möchten). Darüber hinaus gibt es unseres Wissens keine Möglichkeit, kostenlos und schnell sein Recht auf anonymes surfen zu verwirklichen.
Wir bedauern es mindestens so sehr wie Sie, dass überhaupt die Notwendigkeit besteht, solche Programme zu nutzen und dass sich nicht mehr Freiwillige finden, die bereit sind, in das TOR-Netzwerk zu investieren.
Warum bricht meine Internet-Verbindung bei der Nutzung des
PrivacyDongels ab (Fehlermeldungen wie: "Connection timed out") und was
kann ich dagegen tun?
Bitte sehen Sie sich den Punkt "Warum ist meine Internetverbindung mit dem PrivacyDongle so langsam und was kann ich dagegen tun?" an.
Obwohl ich die Lösungsvorschläge aus dem FAQ-Punkt "Warum ist meine Internetverbindung mit dem PrivacyDongle so langsam und was kann ich dagegen tun?" beachtet habe, ist es mir noch nie gelungen mit TorPark eine Verbindung zum Internet zu bekommen. Was kann ich noch tun?
Haben Sie eine Firewall installiert? Diese könnte die Verbindung zum TOR-Netzwerk behindern. Bitte prüfen Sie, wie Sie die Firewall so konfigurieren können, damit Sie mit TOR funktioniert. Generell sollte es ausreichen die Ports 80, 443, 9001 und 9030 zu öffnen. Weitere Informationen dazu finden Sie bei Ihrem Firewall-Hersteller und auf der TOR-Webseite: klick (in englischer Sprache)
Wie kann ich meinen PrivacyDongle aktualisieren?
Wir veröffentlichen gelegentlich TorPark-Updates. Um Ihren PrivacyDongle auf den neuesten Stand zu bringen, gehen Sie bitte wie folgt vor:
- Sichern Sie bitte alle Daten Ihres PrivacyDongles, die Sie noch behalten wollen (selbst heruntergeladene Dateien, Bookmarks etc.).
- Formatieren Sie den PrivacyDongle.
- Laden Sie sich von unserer Support-Seite (www.privacydongle.de) die aktuelle Software herunter, die Sie in der Kategorie "Downloads" finden (Sie benötigen die ".exe-Datei", nicht die Signatur und nicht den Sourcecode) und kopieren Sie diese auf Ihren PrivacyDongle.
- Führen Sie die heruntergeladene Datei aus. Sie wird nun auf Ihren PrivacyDongle entpackt.
- Sie können das Programm nun starten, indem Sie die Datei "TorPark.exe" auf Ihrem PrivacyDongle ausführen.
Wir empfehlen Ihnen, www.privacydongle.de hin und wieder anzusurfen und den oben genannten Prozess zu wiederholen, damit Ihre Software auf dem neuesten Versionsstand bleibt. Die automatische Update-Funktion können Sie nicht benutzen (siehe nächste Frage).
Wie komme ich an ein Update, wenn es einen neuen Firefox gibt?
Die automatische Updatefunktion haben wir ausgeschaltet, da die portable Version des Firefox zum Einsatz kommt. Diese lässt sich leider nicht über automatische Updates beziehen. Eine Erläuterung des Problems in englischer Sprache ist hier. (In der Beschreibung steht, dass die Update-Funktion nicht per Default abgeschaltet werden kann, dies haben wir aber in unserem angepassten Profil tun können.)
Wir veröffentlichen gelegentlich TorPark-Updates mit der jeweils neuesten Firefox-Version. Lesen Sie bei der vorigen Frage nach, wie Sie diese auf Ihren Stick bringen können.
Muss ich sonst noch etwas beachten, damit ich mit dem PrivacyDongle sicher und anonym surfen kann?
Es gibt ein paar Sachen, die Sie beachten sollten. Der PrivacyDongle schützt Sie nur, wenn Sie ihn korrekt verwenden:
- Plugins für Browser, wie Java, Flash, ActiveX, RealPlayer, Quicktime, Adobe's PDF und andere, können so manipuliert werden, dass sie Ihre wahre IP-Adresse anzeigen. Darum sind diese Plugins bei der TorPark-Software standardmäßig deaktiviert. Wir empfehlen, zwei Browser zu nutzen. Einer wird für anonymes, sicheres und einer für unsicheres, schnelleres und komfortableres Browsen genutzt.
- Vorsicht bei Cookies. Wenn Sie mit deaktiviertem TOR-Zugang surfen und eine Seite setzt bei Ihnen einen Cookie, kann dieser Cookie auch ausgelesen werden, wenn Sie wieder mit TOR unterwegs sind. Bei unserer TorPark-Software werden die Cookies automatisch beim Beenden gelöscht.
- Der PrivacyDongle sorgt dafür, dass Ihre IP beim Surfen im Internet verschleiert wird. Andere persönliche Daten, die sie möglicherweise über das Internet versenden, werden durch den PrivacyDongle nicht geschützt. Da die Daten durch das unbekannte TOR-Netzwerk geschickt und dort ggf. zwischengespeichert werden, weiß man als Anwender nicht, was mit diesen Daten passiert. Darum sollten Sie generell (also auch wenn Sie den PrivacyDongle nutzen) darauf achten, dass oben in der Adressleiste immer ein Schloss zu sehen ist, wenn Sie persönliche Daten über das Internet verschicken, da nur dann die Verbindung verschlüsselt ist.
- Achten Sie darauf, dass sie immer die aktuellste Software-Version nutzen. Mehr dazu finden Sie unter dem FAQ-Punkt "Wie kann ich meinen PrivacyDongle aktualisieren?"
Auch TOR ist nicht perfekt. Sie sollten daher nicht ausschließlich auf das derzeitige TOR-Netzwerk vertrauen, wenn Sie starke Anonymität benötigen. Besser ist es, politische Lösungen zu finden. Dem Bürger sollte sein Recht auf anonyme Kommunikation und Informatinonelle Selbstbestimmung erhalten bleiben. Anstatt diese Rechte - beispielsweise durch die Vorratsdatenspeicherung - zu beschränken, sollte der Staat Gesetzte schaffen, die diese Rechte stärken und technische Anonymisierung unnötig machen. Mit dem Kauf eines PrivacyDongles unterstützen Sie unseren Kampf gegen staatliche und private Überwachung. Wenn sie weiter aktiv werden wollen, finden Sie mehr Informationen auf unserer Homepage unter www.foebud.org.
Wenn ich Google nutzen möchte, kommt die Fehlermeldung, ich hätte Spyware (Viren, Trojaner) auf meinem PC?
Wir können Sie beruhigen. Die Fehlermeldung bedeutet nicht, dass sich Spyware auf Ihrem PC befindet. Wenn sie TorPark nutzen, wird Ihre Anfrage über verschiedene Netzwerkknoten (Nodes) geleitet (siehe oben). Leider nutzen auch Menschen das TOR-Netzwerk, um "Unsinn" zu treiben, wie beispielsweise tausende von Anfragen an Google zu senden. Google blockiert dann für einige Zeit die Nodes, von denen diese Anfrage kommen. Wenn Sie nun zufälligerweise einen dieser Nodes nutzen, wird auch Ihre Anfrage blockiert. Als Lösung starten Sie TorPark einfach neu, damit Ihnen ein anderer Tunnel durch das TOR-Netzwerk zugewiesen wird, bei dem die Nodes nicht blockiert werden.
Es kommt immer die Fehlermeldung "Proxy-Server verweigert die Verbindung". Wo könnte der Fehler liegen?
TorPark besteht eigentlich aus zwei Programmen. Dem Webbrowser Firefox, mit dem die Webseiten dargestellt werden und der Anonymisierungssoftware TOR, die im Hingergrund gestartet wird und eine Verbindung zum Anonymisierungsnetzwerk aufbaut. Firefox benutzt TOR als eine Art Relais, um Webseiten anzufordern. Wenn TOR aus irgendeinem Grund nicht gestartet werden kann, dann komm die oben angeführte Fehlermeldung, da das Relais (im Fachlingua Proxy) nicht erreicht werden kann.
Mögliche Gründe können folgende sein:
- Das Programm wird von Windows Vista blockiert. Falls die Frage kommt, ob TOR wirklich gestartet werden soll, muss man "Ja" anklicken.
- Installierte Firewalls verhindern den Start des Programms oder die Verbindung des Firefox zum TOR-Programm. In diesem Fall muss die Firewall so konfiguriert werden, dass sie die genannten Vorgänge erlaubt.
Leider liegt dieses Problem nicht an dem PrivacyDongle, sondern an der Konfiguration des jeweiligen PCs. Darum ist es für uns nur sehr schwer möglich, in Einzelfällen festzustellen, was nun die genaue Fehlerursache ist.
Welche Schreibrechte muss ich im TorPark-Verzeichnis vergeben?
Diese Frage können Sie im normalen Anwendungsfall ignorieren (TorPark auf einem USB-Stick), weil Sticks normalerweise mit dem Dateisystem FAT32 formatiert sind, auf dem stets volle Zugriffsrechte gelten. Es kann aber andere Anwendungsfälle geben, in denen Schreibrechte eine Rolle spielen (z.B. Auspacken von TorPark in ein Programmverzeichnis und Nutzung durch Windows-Nutzer, die keine Admin-Rechte haben).
Nicht möglich ist eine Aufteilung, bei der das eigentliche Programm in einem systemweiten, schreibgeschützten Bereich liegt und benutzerspezifische, individuell schreibbare Kopien der Einstellungen im Windows-Profil gespeichert werden. Das widerspricht der Philosophie von TorPark, ein „mobiles“ Programm zu sein, das auf dem PC keine dauerhaften Spuren hinterlässt. Jeder Benutzer verwendet und verändert also die gleichen Einstellungen, und das Programm und das eine Profil mit den Benutzereinstellungen liegen „nebeneinander“ unter dem TorPark-Ordner. Schreibrechte sind für das Profil, aber auch für einen Teil des Programmbereiches notwendig. Ein Versuch, möglichst minimale, aber ausreichende Rechte zu vergeben, ergab folgendes Ergebnis:
<Torpark> – dies steht für den Ordner, in dem die Distribution ausgepackt wurde. Es wird davon ausgegangen, dass die Rechte „Lesen und Ausführen“, „Ordnerinhalt auflisten“ und „Lesen“ unterhalb dieses Ordners komplett vorhanden sind.
<Torpark>\App\temp – es ist unklar, ob dieser Ordner genutzt wird, aber er sollte wohl schreibbar sein. Dazu ist mindestens notwendig, für den/die zu berechtigenden Nutzer oder Gruppe(n) (z.B. „Authentifizierte Benutzer“) das Recht „Schreiben“ zu vergeben, dann auf „Erweitert“ zu klicken und das Recht „Unterordner und Dateien löschen“ hinzuzufügen.
<Torpark>\App\Torpark\tor\data – dieser Ordner ist zu Beginn nicht vorhanden, für die Rechtevergabe muss er angelegt werden. Auf diesem Ordner sind dann die gleichen Rechte wie oben für „temp“ erforderlich. TOR schreibt dort Zustandsdaten in mehreren Dateien und Unterordnern.
<Torpark>\App\Torpark\tor – in diesem Ordner wird bei jedem Aufruf von TorPark eine Datei „debug.log“ angelegt und wieder gelöscht. Die folgenden Rechte auf dem Ordner machen dies möglich: für den/die zu berechtigenden Nutzer oder Gruppe(n) das Recht „Dateien erstellen / Daten schreiben“ eingeschränkt auf „Nur diesen Ordner“, und für den Spezialnutzer „ERSTELLER-BESITZER“ die Rechte „Dateien erstellen / Daten schreiben“, „Ordner erstellen / Daten anhängen“, „Attribute schreiben“, „Erweiterte Attribute schreiben“ und „Löschen“, eingeschränkt auf „Nur Dateien“ und „nur für Objekte und Container in diesem Container“.
<Torpark>\Data – dies ist der eigentliche Einstellungs-Bereich. Hier reichen die gleichen Rechte wie auf „temp“ aus, könnten sogar noch in „Erweitert“ auf „Nur Unterordner und Dateien“ eingeschränkt werden.
Wie kann ich TorPark von meinem PC entfernen?
Da TorPark sich nicht in das System hineinschreibt (darum kann es auch vom USB-Stick benutzt werden), muss man das Programm nicht deinstallieren. Es reicht, wenn man die entsprechenden Dateien löscht.
Was bedeutet „PrivacyDongle“, wie ist der Name auszusprechen?
„Privacy“ ist englisch für „Privatsphäre, ungestört oder unbeobachtet sein“. Als „dongle“ wurde in der Computertechnik ursprünglich ein Stecker bezeichnet, der als Hardware-Kopierschutz auf eine Schnittstelle aufzustecken war; inzwischen hat sich der Name auch für USB-Speichersticks verbreitet (der Name kommt wahrscheinlich von „dangle“: engl. „baumeln, anhängen“).
Die erste Silbe von „privacy“ kann in zwei Varianten ausgesprochen werden. Die meisten deutschen Sprecher des Englischen kennen die Version mit „ai“ (wie bei „private“), das ist die einzig übliche Aussprache im amerikanischen Englisch. Weniger bekannt ist, dass im britischen Englisch weit überwiegend ein einfaches „i“ verwendet wird – die ersten beiden Silben reimen sich dann auf „river“.¹ Betont wird „privacy“ in jedem Fall auf der ersten Silbe, und „-cy“ wird mit einfachem „i“ ausgesprochen. Der Aussprache von „dongle“ entspricht aus deutscher Sicht die Schreibweise „dongel“.
(¹ Der Unterschied ist jedoch nicht direkt britisch-amerikanisch, sondern war ursprünglich von den verschiedenen Migrationswegen der Wörter bestimmt, die von lat. „privatus“ abgeleitet sind, wie „private“ [„ai“, direkt aus dem Lateinischen] und „privilege“ [„i“, mit „Umweg“ über das Französische]. Die verschiedenen Wörter haben sich danach jedoch individuell weiter entwickelt, mit dem Ergebnis, dass gegenwärtig im britischen Englisch „i“ dominiert und „ai“ als amerikanisch empfunden wird, aber langsam zunimmt.)
Links
Wer sich eingehender mit den Möglichkeiten von Tor beschäftigen möchte, dem seien die nachfolgenden Links ans Herz gelegt.
- Tor-Webseite
- TorPark-Website (inzwischen xB Browser genannt und kommerziell)
- Das Tor-Wiki
- c't magazin.tv zu Anonymität im Netz
Danksagungen
Der PrivacyDongle basiert auf freier Software, zu der eine Unmenge toller Leute beigetragen haben. Wir möchten uns bei ihnen allen bedanken. Stellvertretend nennen wir hier die Hauptentwickler der Projekte:
- Tor: Rodger Dingledine, Nick Mathewson
- Firefox: Mozilla Foundation
- Portable Firefox: John T. Haller
- TorPark: Steve Topletz, John T. Haller
04.09.2008 12:28

