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Tödliche Tagebücher

Tagebücher und Vorratsdatenspeicherung können viel miteinander gemeinsam haben. Unsere Veranstaltung am Nikolaustag erklärt, warum das so ist. Und warum das gefährlich ist.

Im Jahr 1934 starb der in Berlin geborene Dichter und Kabarettist Erich Mühsam im KZ Oranienburg. Er war eine der wichtigsten Stimmen der deutschen Bohème, Anarchist und Mitbegründer der Münchner Räterepublik. Während seiner Festungshaft (1920-1924) wurden Erich Mühsams Tagebücher mehrfach konfisziert, ausgewertet und - teils öffentlich - gegen ihn verwendet.

Johannes Ullmaier, Literaturwissenschaftler und Suhrkamp-Lektor, schildert, welche absurden oder auch gefährlichen Folgen sich aus diesem Übergriff auf Erich Mühsams Aufzeichnungen ergeben haben. Er fragt, ob diese Entgleisung präfaschistischen Klassenjustizvollzugs heute allgemeiner Standard zu werden droht. Wir wollen wissen, welche Abwehrstrategien sich im Zeitalter von Blogs, Twitter und Facebook aus der analogen Urgeschichte der Überwachung gewinnen lassen.

  • Veranstaltung: Public Domain 156
  • Titel: Tödliche Tagebücher
  • Untertitel: Die Tagebücher des Erich Mühsam
  • Referent: Johannes Ullmaier

Sonntag, 6.12.2009 ab 15:00 bis ca. 18 Uhr, Bunker Ulmenwall, Bielefeld

Eintritt 5 Euro, unter 18 Jahre Eintritt frei


05.12.2009 09:50