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Mehr wissen – FAQ

Viele Fragen zu RFID werden uns immer wieder gestellt. Hier haben wir versucht, die meisten davon zu beantworten. Viel Spass beim Surfen und Schmökern! Wir haben alles getan, was uns einfiel, Ihnen die Suche auf dieser Seite so einfach und hilfreich wie möglich zu machen. Wenn Sie andere persönliche Suchkriterien haben, probieren Sie es bitte mit der Suchfunktion Ihres Browsers (in den meisten Fällen die Tastenkombination Strg+F oder Crtl+F). Wenn Sie auch dann noch weitere Fragen oder Hinweise auf Fehler haben, senden Sie uns bitte eine E-Mail an <stoprfid@foebud.org>!

Click here for the English version.



Stand: 27.03.2006, 18:00

1. Was sind RFID?

1.1. Was ist das für eine Abkürzung und worum geht es überhaupt?

RFID steht für "Radio Frequency IDentification" und ist eine automatische Datenerfassungstechnik, bei der winzige Chips zur Warenverfolgung an Produkten oder Verpackungen befestigt werden. Mit diesen kleinen Chips können Gegenstände ohne direkten Kontakt aufgespürt werden - sogar durch eine Geldbörse, einen Rucksack oder eine Tasche hindurch. Viele große Handelskonzerne möchten die bekannten Barcodes durch solche "Schnüffelchips" ersetzen, so dass so gut wie jedes Objekt auf dem ganzen Planeten - und die Menschen, die sie tragen und bewegen - unbemerkt verfolgt werden können. Es gibt zur Zeit keine Regelungen oder Gesetze in Deutschland, der EG oder weltweit, mit denen die Gesellschaft vor den Gefahren oder gar Mißbrauch solcher Technologien geschützt werden könnten.
>> Mehr über RFID (Englisch) http://www.spychips.com/rfid_overview.htm

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1.2. Wie sehen RFID aus?

RFID sind unauffällig. In einigen Produkten sind sie schon länger enthalten, ohne dass sie aufgefallen sind. In Speicherkarten der Firma Sandisk zum Beispiel klebt häufig ein ca. 4 x 4 cm großes weißes, unbedrucktes Etikett. Erst wenn man es gegen eine starke Lampe hält, lassen sich die typischen Antennenstrukturen erkennen, die am Rande des Etiketts verlaufen. Bilder finden sich in unserem RFID-Fotoalbum.

Röntgenbild 1

Dies ist ein Röntgenbild vom RFID
in der Metro-Payback-Kundenkarte
Foto: FoeBuD e.V.


Manche RFID-Chips (die zusammen mit der dazugehörigen Antenne "Transponder" heißen) finden sich auch innerhalb normaler Preisetiketten. Oft sind sie ein "bißchen dicker als normal". Das könnte darauf hindeuten, dass innerhalb des Etiketts ein Transponder steckt. Bei vielen Kleidungsstücken hängen kleine, etwa kreditkartengroße, ca. 3 mm dicke, Pappstückchen dran. Was wie ein hübsches bedrucktes Etikett aussieht, das vermitteln soll, dass dieses wunderbare Kleiderstück ein besonders schönes Etikett verdient hat, ist nur eine weitere Möglichkeit, einen RFID-Chip zu verbergen. Bisher ist dort meist nur eine Diebstahlsicherung integriert (nehmt sowas mal auseinander), die aus zwei Metallstreifen besteht. Aber manche Techniker bezeichnen auch das schon als ein 1-Bit-RFID (obgleich das gar keine ID aussendet, sondern -- solange es nicht deaktiviert ist -- an den entsprechenden Lesegeräten an den Türen mitteilt, dass es vorhanden ist -- und den berühmten Alarm auslöst).

RFID gibt es in ganz unterschiedlichen Formen. Sie werden z.B. in Kundenkarten, Kreditkarten, in Aufklebern und sogar Nägeln(!) eingebaut. Es kommt immer auf die Anwendung an, für die sie bestimmt sind. In Kundenkarten, im Innern einer Produktverpackung, integriert im Wellpappe-Karton aber auch auf oder hinter Aufklebern und Etiketten angebracht fallen sie nicht auf. RFID-Tags können auch auf Packungen aufgedruckt werden!

Im Moment wird (fälschlich aber verständlich) nahezu alles RFID genannt, was irgendwie irgendwas aussendet. So ist das "Schokoticket" des VRR (Verkehrsverbund Rhein-Ruhr) kein "RFID" sondern eine "SmartCard" - sie sendet keine eindeutige Nummer (ID), sondern die auf ihr gespeicherten Daten. Das ist nicht weniger schlimm. Nach Zeitungsberichten wurden von einem Bekleidungsgeschäft in Neuss zufällig auch Daten von Schulkindern ausgelesen, die ein Schokoticket bei sich führten. Im Klartext waren Name, Schule und Geburtsdatum lesbar. Ganz neue Möglichkeiten für "Kinderschänder"...

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1.2.1. RF? ID? Transponder?

RFID besteht aus den Buchstabenkombinationen "RF" und "ID".

"RF" steht für "Radio Frequency"; zu deutsch: "Hochfrequenz", abgekürzt "HF". Mittels elektrischer oder magnetischer Wellen wird die "ID" ausgesendet.

"ID" steht dabei für "Identity"; auf deutsch: "Identität". Der Chip hat eine Nummer fest gespeichert, die ihn eindeutig macht. Keine Chipnummer kommt jemals doppelt vor.

Beides zusammen ergibt den "RFID-Chip". Der wird mit einer Antenne verbunden, die elektromagnetische Strahlung eines Lesegeräts auffängt und damit den RFID-Chip mit Strom versorgt. Sobald Strom am Chip anliegt, wacht dieser auf und sendet seine ID-Nummer aus und kann vom Lesegerät aufgefangen werden. Diese Einheit aus RFID-Chip und Antenne wird "Transponder" genannt, oft auch umgangssprachlich denglisch "RFID tag" oder kurz "tag" (Plural: "tags") genannt..

Zusätzlich kann ein RFID-Chip beschreibbaren Speicher haben. Bei den derzeit gängigen Chips wird vom Handel hier der sogenannte EPC (Electronic Product Code) hinterlegt. Diese Nummer besteht aus dem, was bisher auch schon auf den Barcodes zu lesen war: eine Produktnummer, die klarstellt, dass wir es bei diesem Produkt zum Beispiel mit einer Gillette Mach3 Rasierklinge zu tun haben. Darüber hinaus enthält die Nummer aber auch eine Seriennummer dieses Produkts. Wir können, da in der "Lebenslinie" eines Produkts stets Log-Aufzeichnungen gemacht werden, anhand dieser Nummer exakt feststellen, um welche Klinge es sich handelt, wann und wo diese produziert und wann sie ausgeliefert worden ist. Weitere Stellen sind für ein Verfallsdatum vorgesehen.

Wenn ein EPC auf den Chip geschrieben worden ist, gibt es also bereits zwei eindeutige Nummern: Die Hardware-Nummer des RFID-Chips, die vom Chip-Hersteller aufgebrannt worden ist und die per Software beim Hersteller auf den Chip geschriebene EPC-Nummer. Die Hardwarenummer des Chip-Herstellers kann nicht gelöscht werden.

Falls weiterer Speicherplatz vorhanden ist, kann dieser für beliebige andere Daten genutzt werden.

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1.3. Wo finde ich RFID?

Bei Schließsystemen und Alarmanlagen für Gebäude werden RFID schon länger eingesetzt. Auch im Autoschlüssel steckt ein kleiner Transponder, der die Wegfahrsperre ein- und ausschaltet. Sicherlich sehr sinnvolle Anwendungen. In Beispielprojekten des Handels kann man RFID begegnen, so z.B. bei Tchibo, Gillette, Gerry Weber (an der Kleidung abgehängt, so dass die Tags an der Kasse abgeschnitten werden können) und Metro sowie den zugehörigen Ladenketten (siehe dazu auch weiter unten "Wie weit ist die Verbreitung?" oder unsere Extraseite mit dem Titel "Wo gibt es RFID?). Auch in Schuhsohlen können die Teile stecken (s.u.)

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1.4. Wie kann ich erkennen, ob ein RFID-Chip verborgen ist?

Weil es kein Gesetz gibt, das Hersteller verpflichtet, Ihnen den Einsatz von RFID in Produkten oder Verpackungen mitzuteilen, müssen Sie selbst auf die Suche gehen. Solange die heute kommerziell verwendeten RFID-Etiketten eine recht auffällige Antenne haben, ist es nicht aussichtslos, die Teile zu entdecken. Vorausgesetzt, Sie vermuten hinter jedem Preisschildchen die "Schnüffelchips".

    Wenn Sie den Verdacht haben, dass ein Gegenstand einen versteckten RFID-Chip enthält, können Sie folgende Hinweise bei der Suche verwenden:
  • Schauen Sie sich jedes Etikett und jeden Aufkleber genau an. Entfernen Sie sie vorsichtig und halten Sie sie gegen eine Lichtquelle. Sehen Sie flache, dunkle oder metallische Linien, die rund um das Etikett laufen und in einem winzigen Knubbel münden? Falls ja, betrachten Sie wahrscheinlich die Antenne eines RFID-Chips.
  • Am schonendsten suchen Sie nach RFID-Chips in Schuhen, indem Sie die Einlegesohle entfernen und sich das Innere anschauen. Sie können die Schuhe, sofern Sie ein Röntgengerät zur Hand haben, mit Röntgenstrahlen durchleuchten. Die Schwierigkeit ist, dass RFID-Chips beim Hersteller in Plastik, Schaum, Gummi oder andere Materialien eingebettet oder eingegossen werden können. Es ist schwer, solch tief versteckte Chips zu finden, ohne dass Sie die Schuhe zerstören oder (tatsächlich) röntgen. Wie weit RFID in Schuhen schon verbreitet sind, können wir nicht genau sagen. Von einer großen Schuhkette wurde uns das von zwei Leuten berichtet: Wir konnten das aber noch nicht verifizieren. (Weiter unten gibt es einen eigenen Punkt über RFID in Schuhen.)
  • Wenn der Untersuchungsgegenstand aus Pappe ist, suchen Sie zuerst auf der Oberfläche. Finden Sie dort matt aufgedruckt die typischen Antennenstrukturen? Sonst trennen Sie die Pappschichten auf und suchen Sie nach einer typischen Antenne, die dort eingebettet sein kann. Gerüchten zufolge entwickelt u.a. die Firma International Paper, die Verpackungen für Konsumgüter herstellt und zu den Sponsoren des Auto-ID Center (siehe auch Wie weit ist die Verbreitung?) gehört, Techniken zur direkten Einbettung von RFID in Papier- und Pappverpackungen.
  • Wenn Sie Zugang zu einem Röntgengerät haben (vielleicht sind Sie Tierarzt oder Chiropraktiker), können Sie den Gegenstand durchleuchten und nach RFID-Etiketten suchen. Weil die meisten Antennen aus Metall sind, sollte es möglich sein, sie auf diesem Weg zu finden. Wie vorher sollten Sie nach einem Muster aus Linien suchen, die auf einen zentralen Chip von Punktgröße zulaufen.
  • Falls Sie ein unerwartetes Beispiel finden, das wir uns einmal anschauen sollten, benachrichtigen Sie uns gerne per E-Mail. Ihr Bild können Sie gerne als Attachment mit anhängen. Bitte teilen Sie uns mit, falls Sie nicht wollen, dass Ihr Bild veröffentlicht wird. stoprfid@foebud.org
  • RFID-Lese-Antennen lassen sich mit ganz simpler Radio-Technik finden: Die Frequenz der im Handel üblichen RFID-Technik ist 13,56 MHz. Auf dieser Frequenz werden die Chips angefunkt und senden ihre Informationen zurück. Diese Frequenz können Sie auf einem Radio-Weltempfänger einstellen. Bewegen Sie den neben eine Antenne (einen RFID-Sender) auf dieser Frequenz, hören Sie ein gepulstes Störgeräusch, ähnlich wie ein Handy in der Nähe eines Lautsprechers. Damit können Sie leicht überall feststellen, ob die RFID-Frequenz 13,56 MHz angefunkt wird.
  • Sie wollen sich ein Lesegerät kaufen? Das günstigste Lesegrät, das die Chips mit den Frequenzen und Protokollen, die der Handel einsetzt, lesen kann, kostet ca. 200 Euro -- und muss an einen Laptop angeschlossen werden.

Es gibt einige hochentwickelte Chips aus Forschungs- und Militärprojekten, die nicht die typische Antenne aufweisen, weil diese direkt in den Chip integriert ist. Die Chips sind so klein, dass sie fast unmöglich zu finden sind. (Nachzulesen z.B. bei "RFID Chips Put To The Test", http://www.spacedaily.com/news/chip-tech-03k.html.

RFID-Chips mit integrierter Antenne können so klein sein, dass sie in Papier (z.B. Geld) eingebettet sein können.

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2. Was können RFID?

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2.1. Welche Typen gibt es?

Die üblichen RFID-Typen sind:

  • 1-Bit Transponder: Diese können nur einen von zwei Zuständen, aktiv oder nicht aktiv, annehmen (nicht zu verwechseln mit aktiven und passiven RFID-Chips). Dieser Typus läßt keine eindeutige Indentifizierung zu. Als Anwendungsfeld kommt z.B. Diebstahlsicherung in Betracht.
  • mehrbittige Transponder: Diese können relativ viel Daten speichern, unter anderem auch eindeutige (Serien-)Nummern mit denen man genau diesen einen Tag wiedererkennt.

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2.2. Welche Unterschiede bestehen zu elektronischen Diebstahlsicherungen?

Die elektronische Diebstahlsicherung liest nur den Status (das Vorhandensein eines nicht "entschärften" Tags) aus und schlägt in diesem Falle Alarm. Sie liest keine Daten über die Ware und den Kunden.

Natürlich kann man die an den Türen angebrachten "Gates" durch RFID Scanner ersetzen, ohne dass es groß auffallen würde. Denn RFID-Leseantennen kann man nur mit einem entsprechenden Detektor ausmachen, von außen und mit bloßem Auge sieht man den "Gates" nicht an, ob sie für RFIDs oder Diebstahlssicherungen da sind.

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2.3. Wie hoch sind die Reichweiten, oder: aus welcher Entfernung können diese Chips gelesen werden? Können sie gar per Satellit verfolgt werden?

Es gibt zwei Arten von RFID-Etiketten: "passive" (ohne eigene Energieversorgung) und "aktive" (enthalten eine Batterie oder sind mit einer Batterie oder externen Stromversorgung verbunden).

Passive Etiketten erhalten ihre Betriebsenergie direkt durch die Energie der Funkwellen, die das Lesegerät ausstrahlt. Außerhalb der Reichweite eines Lesegerätes sind passive Etiketten also ohne Energie. In Abhängigkeit von einer Reihe von Faktoren (Antennengröße, Funkfrequenz, Umweltbedingungen etc.) kann ein passives Etikett einen Leseabstand von wenigen Zentimetern bis über 10 Metern haben.

Grob gilt: Je größer die Antenne, desto größer auch die Reichweite.

Aktive Etiketten können Reichweiten von Kilometern und mehr haben. Die meisten Etiketten, die für den Einsatz bei Konsumgütern vorgesehen sind, sind aber passiv.

Es gibt Projekte zur Waren- oder Paketverfolgung via Satellit. Dabei werden aber die RFID-Etiketten nicht direkt gelesen, sondern im Transportbehälter oder -fahrzeug befindet sich ein RFID-Lesegerät, das wiederum mit einer Satellitenantenne verbunden ist.

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2.4. Was wird/ kann in Datenbanken gespeichert werden ?

Es kann bei jedem Kontakt eines RFID-Etiketts mit dem Lesegerät die eindeutige Seriennummer und eventuell (je nach Chiptyp) weitere auf dem Chip gespeicherte Daten ausgelesen werden und zusammen mit der Uhrzeit und dem Ort des Lesegeräts gespeichert werden.

Mit diesen Daten lassen sich Bewegungsprofile erzeugen.

Diese Daten erwecken natürlich Begehrlichkeiten. Wenn man z.B. eine RFID-Nummer einer bestimmten Person zuordnen kann, weiß man mit den gesammelten Daten auch, wann sie sich wo aufgehalten hat.

Die eindeutige Seriennummer macht es Datenbank- und Archivbetreibern sehr einfach, weitere auf anderen Wegen gesammelte Daten dieser Nummer zuzuordnen und wieder abzurufen.

Stellen Sie sich vor, dass Ihre Jacke, Ihre Schuhe, Ihre Hose, Ihr Hut, zwei Kundenkarten in Ihrem Geldbeutel und die Geldscheine mit RFID bestückt sind. Selbst bei schönem Wetter, wenn Sie Hut, Jacke und Schuhe stehen lassen, sind Sie anhand der RFID, die Sie mit sich tragen, immer noch identifizierbar. Momentan hören wir jeden Tag in den Nachrichten, was alles angeblich im "Kampf gegen den internationalen Terrorismus" nützlich ist. Da wird es auch nicht lange dauern, bis auch diese Daten vagabundieren und gegen uns verwendet werden. Paranoiker vermuten hinter der RFID-Einführung sowieso den großen Plan der Machthaber, um ihre Macht zu festigen und alle Menschen manipulierbar zu halten. Es gibt zwar vielleicht nicht diesen "Großen Plan", aber der Effekt ist der gleiche.

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2.5. RFID und Barcode – Was ist der Unterschied?

  • RFID beinhalten im Gegensatz zu Barcodes eine weltweit eindeutige Nummer. Barcodes kennzeichnen nur die Produktkategorie. Mit der Seriennummer der RFID-Etiketten kann man herausfinden, dass Sie nicht irgendeinen Schokoriegel gekauft haben, sondern genau diesen einen.
  • RFID sind kontaktlos auch ohne freie Sicht auslesbar: Die Radiowellen dringen auch durch Stoff und Leder, wo hingegen bei Barcodes Sichtkontakt da sein muß, um sie zu lesen. Dadurch können RFID im Gegensatz zu den Barcodes auch sehr leicht heimlich, ohne Ihr Wissen und Einverständnis ausgelesen werden.

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2.6. Gibt es Produkte, die nicht mit RFID-Chips versehen werden können?

Gegenstände, die Flüssigkeiten oder Metalle enthalten, sind schlecht geeignet für RFID. Flüssigkeiten absorbieren in den meisten Fällen die elektromagnetische Energie, die das Lesegerät ausstrahlt und die der Chip für seine Arbeit benötigt. Metalle reflektieren die Strahlen und werfen sie in unvorhersehbare Richtungen zurück. Diese beiden Effekte führen zu Störungen in den RFID-Signalen, die ein Chip an das Lesegerät sendet oder das Lesegerät an den Chip. Diese Probleme werden noch weiter untersucht.

Sie können diese Informationen über Metalle zu Ihrem Vorteil verwenden.

Hilfreich sind z.B. Kühltüten oder auch Rettungsdecken zum Abschirmen von RFID vor der Lesestrahlung, da sie innen mit Metall beschichtet sind.

Halten Sie die Augen offen: Ist "Ihr" Laden vor kurzem neu gestaltet worden, und wurden dabei die üblichen Regale aus Metall durch neue Plastikmöbel ersetzt -- um Interferenzen mit RFID-Kommunikation zu verhindern? Dann seien Sie auf der Hut.

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3. Welche Risiken bringt eine breite Einführung von RFID?

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3.1. Was ist Tracken?

Durch eindeutige Nummern und kontaktlose Auslesbarkeit kann ein Gegenstand bei jedem Passieren eines Lesegerätes registriert werden. Diese Lesegeräte oder Scanner können versteckt angebracht werden und somit kann, ohne dass man es weiß oder mitbekommt, der Weg verfolgt werden, den man geht. Natürlich nur so lange Scanner in der Nähe sind.

Darüber kann beispielsweise Ihr Einkaufsverhalten erfaßt werden: Wie lange verweilen Sie vor einem Regal, welchen Bereich des Ladens meiden Sie u.v.m.

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3.2. Können Kaufgewohnheiten gespeichert werden?

Ja.

Das wird spätestens zu dem Zeitpunkt der Fall sein, wenn in Kundenkarten auch RFID enthalten sind. Derzeit ist es aber auch schon so möglich, wenn man beispielsweise mit EC-Karte zahlt oder sich mittels der Payback-Datensammelkarte als besonders leichtgläubiger Kunde ausweist. Damit können Sie bislang aber erst an der Kasse, also nach Ihrem Einkauf beim Bezahlvorgang, identifiziert werden. Mit RFID können Sie bereits vorher (durch ein Lesegerät im Eingangsbereich) erkannt werden. So kann dann nicht nur gespeichert werden, was Sie gekauft haben, sondern mittels RFID sogar, was Sie sich nur angeschaut haben ("Kundin nahm Panthene-Shampoo aus dem Regal und hat es wieder zurückgestellt" oder "Kunde stand eine halbe Stunde vor dem Zeitungsregal und hat in Titel a, f und z geblättert").

Mittels Ihrer Kundennummer können die Preise individuell so angepaßt werden, dass Sie genau so viel bezahlen, dass Sie gerade noch nicht den Laden wechseln. Was bedeuten kann, dass Sie, als reicherer Single mit viel Zeit und schnittigem Sportwagen weniger bezahlen, als die alleinerziehende berufstätige Mutter ohne Auto. Ihre Kaufgewohnheiten sagen viel über Sie aus. Und interessant sind Sie für den Laden, wenn Sie Unnützes mit viel Gewinnspanne kaufen, statt "nur", wenn auch "treu", Ihren täglichen Bedarf an Milch, Eiern, Brot und Butter zu decken. Über speziell für Sie zugeschnittene Angebote werden Sie dahingehend manipuliert, mehr Gewinnspanne im Laden zu lassen. Dies wird stets zu Ihrem Nachteil sein; denn sonst wären diese ausgefuchsten Mechanismen nicht notwendig.

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3.3. Wer würde sich für die Daten interessieren?

Diese Daten interessieren den Handel, der seine Werbung und Standorte optimieren möchte. Wenn aber erst einmal Daten in großem Stil erfaßt wurden, werden sich auch andere Interessenten finden, beispielsweise das Ordnungsamt (z.B. wenn Müll mit RFID auf wilden Deponien entsorgt wurde) oder Strafverfolgungsbehörden (z.B. wenn RFID in Geldscheine eingebaut würde - siehe auch weiter unten "Stimmt es, dass RFID-Chips in Euro-Geldscheinen eingesetzt werden sollen?").

Die Unternehmen, die RFID einführen wollen, argumentieren gegenüber den Menschen, die wegen des Datenschutzes besorgt sind, dass Unternehmen niemals ihre Daten an andere Unternehmen weiter geben würden. Hinter den Kulissen ist das aber ganz klar die Absicht, die hinter der massiven Einführung von RFID und dem damit einhergehenden EPC (Elektonischer Produktkode) steht: Der Austausch von diesen Daten über Unternehmensgrenzen hinweg. Damit das funktionieren kann und ein Produkt genau nachverfolgt werden kann, wird das ONS (Object Name System) aufgebaut. Es funktioniert ähnlich, wie ein Rechner im Internet gefunden werden kann. Im Internet sprechen wir vom DNS (Domain Name System).

Nach der Einigung von UCC und EAN International werden Linda Dilman (CIO Wal-Mart), Zygmunt Mierdorf (Vorstand Metro Group), Steve David (CIO P&G), Dick Cantwell (Gillette), Prof. Sanjay Sarma (Auto-ID Center MIT), EPCglobal-Chefin Margaret Fitzgerald sowie als Vertreter nationaler EAN-Organisationen Steve Coussins (UK), Hiroshi Sakai (Japan) und Sergio Ribinik (Brasilien) dem Board von EPCglobal angehören. Die Vertretung im Aufsichtsrat unterstreicht, welche Bedeutung Wal-Mart, Metro, Procter und Gillette der Zukunftstechnik RFID, aber auch ihrer einheitlichen Umsetzung im Rahmen von globalen Standards zubilligen.

Wenn wir uns vor Augen halten, dass die amerikanische Regierung plötzlich beginnt, sich für die Speisepläne von Flugpassagieren zu interessieren, dann wäre es vermessen anzunehmen, dass sich Regierungen und ihre angeschlossenen Interessenten nicht für diese Daten interessieren würden. Zum Zeitpunkt, da wirdiese Zeilen schreiben, wird täglich von Politikern eine neue Forderung im Kampf gegen die Privatsphäre aufgestellt. Allerdings nennen diese das "Kampf gegen den Terrorismus".

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3.4. Ist Preisdiskriminierung möglich?

Ja.

Mit einer Kombination von RFID in Kundenkarten und RFID in den Artikeln ist es möglich, Preise in Geschäften auf den Kunden zuzuschneiden. Dies ist mit RFID sehr einfach, da sie kontaktlos auslesbar sind und mittels Tag in der Kundenkarte der Kunde erkannt wird und schon andere Preise ausgezeichnet werden. Dagegen gibt es bisher keine Gesetze. Das Rabattgesetz, das so etwas reglementiert hätte, ist in Deutschland holterdiepolter abgeschafft worden, ohne dass sich jemand gefragt hatte, warum das eigentlich mal eingeführt worden ist.

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3.5. Ich zahle schon seit Jahren alles mit meiner EC- oder Kreditkarte und fühle mich auch dadurch nicht bedroht.

Natürlich könnte auch dadurch herausgefunden werden, was Sie einkaufen. Aber RFID beispielsweise in der Kundenkarte ermöglichen schon beim Betreten des Ladens eine Erkennung des Kunden. So könnte man herausfinden, in welchen Abteilungen Sie sich aufhalten und natürlich auch was Sie einkaufen und entsprechend auf Sie reagieren und gezielt einwirken. Denken Sie daran: Manipulation funktioniert, weil Sie denken, dass das ja alles ganz praktisch sei. Sie werden nicht oder erst nach langem Nachdenken merken, dass Sie eine bestimmte Sache eigentlich gar nicht wollen. Ein Beispiel gefällig? Viele Menschen antworten auf die Frage, ob sie für oder gegen Videoüberwachung für mehr Sicherheit seien, dass sie nichts gegen Videoüberwachung hätten. Erst auf die Frage, was Sie denn wollen "Videoüberwachung" oder "Sicherheit", fällt ihnen auf, dass Sie mit der ersten Frage bereits manipuliert worden sind, weil Sicherheit und Videoüberwachung gleich gesetzt worden sind. Es gibt nämlich - wer hätte es gedacht - derzeit keine Erkenntnisse, die feststellen, dass Videoüberwachung die Sicherheit erhöht.

Das EC-Kartensystem war ein sehr sicheres System, das noch in der Tradition der Banken und Bankgeheimnisse entwickelt worden ist. Das EC-Kartensystem war auch das sicherste Kartensystem der Welt. Mittlerweile ist dieses System abgeschafft worden. Die Kreditkartenfirmen haben sich bisher (zumindest in Deutschland) noch nicht getraut, offen ihr Begehren, das Verkaufen von Zahlungsinformationen, öffentlich zu machen. Anders American Express, die das als ihr Kerngeschäft bezeichnen. VISA ist bei allen "Schweineren" mit an vorderster Front dabei -- mittels der sogenannten Direktbanken und den gekoppelten Kreditkartenverträgen haben die meisten Menschen sowieso schon auf das Bankgeheimnis verzichtet -- ohne sich dessen bewußt zu sein. In Ihren Verträgen steht unter der in Deutschland so genannten "Schufa-Klausel" eine ganze Reihe von Adress- und Scoringunternehmen, an die die Daten weiter gereicht werden.

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3.6. Was ist an RFID schlimmer als an Handys? (Stichwort Ortung)

RFID können nur über eine relativ kleine Entfernung ausgelesen werden, die ca. 1 bis 2 Meter beträgt. Also kann man zwar keine entfernte Überwachung wie bei Handys durchführen, dafür aber eine sehr genaue Überwachung auf begrenztem Raum (wenige Meter statt mehrere hundert Meter). Für eine Ortung über die Reichweite eines Lesegerätes hinaus reicht es, einfach mehrere Lesegeräte an strategisch günstigen Orten, wie Engstellen an Ein- und Ausgängen oder in Regale eingebaut, aufzustellen und darüber alle nötigen Informationen für eine Ortung zu bekommen. Bedenken Sie, dass nach und nach solche Lesegeräte auch an Bushaltestellen, Parkhäusern, Bahnhöfen, Hörsälen installiert werden. Neben anderen Medien, die zur Ortung genutzt werden können (Handy, Internet etc.).

Achja: Ein Handy kann ich abstellen oder abbestellen. RFID nicht.

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3.7. Wie sieht es mit der Strahlung aus?

Die RFID-Technik arbeitet mit Funkwellen, also Strahlung. Wenn diese Technik weitreichend eingeführt wird, wird auch die Strahlenmenge, der Sie ausgesetzt sein werden, zunehmen. Je nach verwendetem Typus und gewünschter Reichweite werden mehr oder weniger starke Strahlen benötigt und ausgesendet. Über die Gefährlichkeit der Strahlung ist -- ähnlich wie bei der Abstrahlung von Handys und Handymasten -- noch nicht viel bekannt geworden, jedoch gibt es Bedenken. Für einige Test- und Versuchsaufbauten (nicht nur in abgeschirmten Labors) wurden Ausnahmegenehmigungen beantragt und vorerst bewilligt, damit die normalerweise als gefährlich eingestufte gesetzliche Strahlungsgrenze bei den Tests überschritten werden darf. Dies trifft in besonders starkem Ausmaß die Angestellten, die tagtäglich im Strahlenbereich arbeiten müssen, aber natürlich auch jeden Kunden.

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3.8. Wie steht es um die Arbeitsplätze?

Die RFID-Technik ist dafür ausgelegt, viele Aufgaben zu automatisieren. Möglicherweise werden zuerst noch ein paar Arbeitsplätze geschaffen, z.B. um die Kundschaft über die neue Technik aufzuklären. Auf lange Sicht jedoch werden Arbeitsplätze in der Logistikkette (z.B. bei Inventur oder Datenerfassung), aber auch beim Verkaufspersonal verloren gehen: Die neue Technik soll ja gerade möglichst viel schließlich billiger machen - und Personal ist oft ein recht teurer Faktor (so hart wird das tatsächlich von vielen Managern gesehen).

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3.9. Was fordert der FoeBuD?

Unsere Forderungen wurden in unserem Positionspapier veröffentlicht.

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3.10. Was kann ich gegen RFID tun?

Wenn sie feststellen, dass bestimmte Läden RFID verwenden, sollten Sie diesen deutlich zu verstehen geben, dass Sie mit dieser Geschäftspolitik nicht einverstanden sind und sich eventuell (falls nichts dagegen unternommen wird beispielsweise) einen anderen Laden für Ihre Einkäufe suchen.



Der FoeBuD e.V. wird eine Liste führen, wo Sie melden können, wo Ihnen RFID begegnet sind.

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4. Wie kann ich RFID-Chips unbrauchbar machen?

Genau genommen: Gar nicht. Es gibt eine Reihe von Vorschlägen, wie das gehen könnte, aber entweder funktionieren die nicht, oder sie sorgen für Schaden an den Waren.

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4.1. Kann ein Magnet einen RFID-Chip löschen?

Nein, die Chip-Informationen werden nicht magnetisch gespeichert. Die Anwendung von Magneten oder Bandlöschgeräten hat keine Auswirkungen auf einen Chip. Wir haben es im Dezember 2003 mit einem professionellen Festplattenlöschgerät "Degausser" der Firma IBAS ausprobiert: Der Chip funktionierte ohne Probleme weiter.

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4.2. Kann ich Produkte in die Mikrowelle legen, um eventuell versteckte RFID-Etiketten zu zerstören?

Ein RFID-Etikett wird durch Mikrowellen tatsächlich zerstört. Einige Millisekunden bei wenig Watt reichen schon für eine kräftige blaue Flamme. Es ist aber recht wahrscheinlich, dass nicht nur der Chip in Flammen aufgeht sondern alles, was in seiner Nähe ist. Die Verpackung oder das Produkt, an dem der Chip angebracht oder eingelegt ist, werden ebenso leicht ruiniert, und auch der Mikrowellenherd kann nachher mit Metall- und Plastikdämpfen verunreinigt worden sein.

Weil es so schwer ist, RFID-Chips zu zerstören, brauchen wir gesetzliche Regeln, die das Verstecken dieser Chips verbieten. Oder um es noch klarer zu sagen: Wir brauchen eine Kennzeichnungspflicht!

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4.3. Können Chips in Kleidungsstücken, Waschmaschinen und Trocknern "überleben"?

Ja.

RFID-Chips sind so ausgelegt, dass sie normalen Verschleiß jahrelang überstehen, Waschen und Trocknen eingeschlossen. Wir wissen sogar von mindestens einer Arbeitskleidungs-Verleihfirma in den USA, die RFID-Chips einsetzt, um ihr Inventar zu verfolgen und nach der Reinigung wieder zuzuordnen. Die Chips halten den industriellen Belastungen bei Einsatz und Reinigung also stand.

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4.4. Was mache ich, wenn ich einen RFID-Chip finde? Kann ich ihn deaktivieren oder zerstören?

Sie können einen RFID-Chip für seinen Zweck unbrauchbar machen, indem Sie die Verbindung zur Antenne unterbrechen. Normalerweise ist es ziemlich klar, wo sich der Chip befindet (alle Antennen laufen auf ihn zu). Wenn Sie das winzige, dunkle Rechteck gefunden haben, können Sie versuchen, die Leiterbahnen der Antenne zu zerkratzen. Beim Schokoticket des VRR können Sie etwa einen Zentimeter weit einschneiden, so dass die Antenne zerstört ist und die Daten Ihres Kindes nicht mehr abgefragt werden können.

Um sich halbwegs sicher zu sein, dass der Chip nicht mehr lesbar ist, können Sie ihn mit einer Nadel zerstechen, ihn zerquetschen oder zerreiben. (Anmerkung: Verbrennen oder Bestrahlen in der Mikrowelle können einen Chip auch zerstören, aber davon raten wir wegen heftiger Nebenwirkungen ab.) Versuchen Sie erst gar nicht, den Chip zu "ertränken" -- Wasser kann den Chips normalerweise nichts anhaben. Den Chip mit einem Magneten zu behandeln, ist ebenfalls wirkungslos.

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4.5. Es gibt doch ein De-Aktivator-Gerät, reicht das denn nicht?

Nein.

Der Metro-Konzern hat in seinem Extra Future Store nach unserern ersten Protesten einen sogenannten De-Aktivator aufgestellt. Das reicht aber nicht:

  • Sie müssen selbst aktiv werden, um Ihre Privatsphäre zu schützen. Es sollte aber genau anders herum sein: Irgendwann einmal vergessen Sie die Vorsicht, z.B. weil Sie in Eile sind oder im vollen Einkaufskorb eine Packung übersehen, und schon laufen Sie nichts Böses ahnend mit einem noch aktiven RFID-Etikett umher und hinterlassen wider Ihren Willen deutliche Datenspuren.
  • Sie als Kunde können nicht nachvollziehen, ob der Chip wirklich endgültig deaktiviert, oder ob er nur Schlafen geschickt wurde und später mit einem speziellen Befehl wieder aufgeweckt werden kann und so sein ganzes Potential wieder zur Verfügung steht, während Sie sich in einer Sicherheit wähnen, die nicht vorhanden ist.
  • Es wird in der momentanen Version nur ein Teil des Speichers mit Nullen überschrieben, die Seriennummer der Chips aber bleibt erhalten und damit auch das gesamte Gefährdungspotential. So ist das Gerät nutzlos und wiegt Sie darüber hinaus noch in trügerischer Sicherheit.
  • Die Bedienung ist sehr umständlich, da jeder Chip an jeder Ware einzeln deaktiviert werden muss. Diese ausgesprochene Unbequemlichkeit wird auf Sie, den Kunden abgeschoben. Sie brauchen nur ein Produkt zu übersehen, dann war die ganze Prozedur nutzlos. Und: Nachdem Sie schon an der Kasse angestanden haben, sollen Sie noch einmal anstehen, dann alle Gegenstände einzeln und sehr umständlich (und sinnloser Weise s.o.) de-aktivieren? Nicht nur Mütter mit quengelnden Kindern wissen, das das völlig unrealistisch ist.
  • Nach unserem Wissen gibt es dieses Gerät bislang nur im Future Store in Rheinberg, also falls Sie nicht gerade dort wohnen und Ihre Etiketten bis dahin quer durch die Stadt schleppen möchten...

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4.6. Ich habe in der Tagesschau von einem Blocker-Tag gehört, das gegen RFID helfen soll. Ist das wirklich sinnvoll?

Nein.

Aber dazu haben wir einen Extra-Text, den Sie auf einer anderen Webseite von uns lesen können.

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5. Welche Techniken und Standards werden kommen?

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5.1. Was ist EPC (Electronic Product Code)?

Der Electronic Product Code ist der Standard, nach dem die eindeutigen Seriennummern auf den RFID vergeben werden sollen. Der Nummernbereich ist so groß gewählt, dass bei vielen Produktlinien wirklich alle hergestellten Stücke gekennzeichnet werden können - und das über mehrere hundert Jahre hinweg.

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5.2. Was ist ONS (Object Name Service)?

Mit dem Object Name Service können EPC-Nummern zu bestimmten Diensten oder Websites aufgelöst bzw. übersetzt werden. Die Struktur gleicht der des Domain Name Service Systems, das für die Auflösung von Webadressen wie www.foebud.org auf Rechnernummern (IP-Nummern) verwendet wird.

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6. Wer experimentiert oder nutzt bereits RFID und wo komme ich mit RFID in Kontakt?

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6.1. Wie weit ist die Verbreitung?

Hier ist eine Liste von 103 Firmen, die das "Auto-ID Center" beim MIT (Massachusetts Institute of Technology) gefördert haben, Stand 25. Juni 2003: http://www.spychips.com/devices/rfid_sponsors.html.

Das Auto-ID Center ist die Organisation, unter deren Dach mit der Hilfe von internationalen Firmen wie Gillette, Unilever und Procter & Gamble die RFID-Infrastruktur entwickelt wurde. Wir nehmen an, dass diese Firmen die ersten sind, die diese Technologie einsetzen werden. Sie werden viele Firmen entdecken, von denen Sie noch nie was gehört haben. Aber denken Sie daran, dass diese großen Unternehmen oft unter ganz anderen Marken operieren. Anders als sie es ihren Kunden zubilligen, wahren Firmen gerne ihre Anonymität. Der Metro-Konzern, den die meisten nur als "Großhandelunternehmen" kennen, ist Inhaber der Läden Kaufhof, Extra, real, Mediamarkt, Saturn und Praktiker. Auch Reno Schuhe gehörte bis vor kurzem dazu.

Uns flattern täglich neue Anwendungen von RFID auf den Tisch. Wie die Zeit es zuläßt, fassen wir sie auf unserer Seite "Wo gibts RFID?" zusammen.

"Analysten sagen dem Markt bis 2008 ein Volumen von 3,1 Milliarden Dollar voraus" schrieb die taz im Januar 2004. Der Spiegel sprach im November 2004 schon von 10 Milliarden Euro allein in Europa in 2005 - und von jährlichen Wachstumsraten von 25 Prozent. Diese Prognosen werden immer wieder nach oben korrigiert, zumal die RFID-Tags preislich immer günstiger werden, und die Technik sich weiter verbreitet.

    Es stellen her:
  • Philips
  • Texas Instruments (TI)
  • und andere


    Es experimentieren:

  • Metro
  • extra Future Store (Rheinberg)
  • Kraft Foods "Philadelphia Frischkäse"
  • Procter & Gamble "Pantene" Shampoo
  • Gillette "Mach3 Rasierklingen"
  • Galeria Kaufhof(Neuss-Norf)
    hier findet der eigentliche RFID-Test der Metrogruppe statt. Der Future Store in Rheinberg ist eher nur ein ganzjähriger "Messestand".

    Es nutzen:

  • Gillette
  • RENO-Schuhe (noch nicht verifiziert)
  • Tchibo
  • Benetton
  • Prada Moden (in der Kundenkarte!)

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6.2. Stimmt es, dass RFID-Chips in Euro-Geldscheinen eingesetzt werden sollen?

Hitachi arbeitet zusammen mit der Europäischen Zentralbank (EZB) an der Idee, RFID-Chips in Geldscheine einzubetten. Dadurch würde die Anonymität des Bargelds beseitigt, weil einzelne Scheine verfolgt werden könnten. Sie würden sozusagen Ihr Bargeld "registrieren", wenn Sie es von einem Bankangestellten erhalten oder aus dem Geldautomaten holen. Euro-Scheine könnten schon ab 2005 mit RFID ausgestattet werden. Die EZB macht derzeit dazu keine Angaben.

Sobald so etwas umgesetzt würde, könnte man Geld nicht mehr gefahrlos in seiner bisherigen Funktion, wie z.B. der Bezahlung unter Freunden oder dem Verschenken oder Spenden verwenden, also zu einer nicht registrierten Transaktion. Taucht das Geld später z.B. in einem Kriminalfall auf, sind Sie in der Datenbank der letzte Eintrag und können sich schon einmal auf unangenehme Fragen der Ermittlungsbehörden einstellen, selbst wenn Sie damit nichts zu tun haben, außer, dass Sie vorher einmal dieses Geld ausgezahlt bekommen haben.

Sie haben nichts zu verbergen, weil Sie ja nichts Böses tun? Dann haben Sie noch nie erlebt, wie sich ein polizeiliches Ermittlungsverfahren gestaltet. Zumindest nach der Befragung am Arbeitsplatz wird Ihr Arbeitgeber Sie mit anderen Augen anschauen. Wenn Sie so etwas vermeiden wollen, dürfen Sie kein Bargeld mehr verwenden: Sie begeben sich damit in die Hand von Zahlungsmitteln, die per se immer komplett nachvollziehbar sind.

Ein weiterer besorgniserregender Punkt ist, dass durch die Auslesbarkeit durch die Geldbörse hindurch und die geringe Größe heutiger Lesegeräte sich auch Diebe damit ausstatten können, bei ihren Streifzügen die Geldbörsen ihrer Opfer ohne deren Wissen scannen und sich die lukrativsten Beutestücke aussuchen könnten.

Details: "Euro Notes May be Radio Tagged", http://news.zdnet.co.uk/story/0,,t295-s2135074,00.html.

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6.3. Gibt es schon Beispiele des RFID-Einsatzes in Schuhen?

Schuhe lassen sich fast immer genau einer sie tragenden Person zuordnen, daher ist das Anbringen von RFID-Etiketten an und besonders in Schuhen sehr problematisch. Wir wissen von mindestens einer Firma, die für Sicherheitszwecke eingebettete RFID-Technik in Schuhen verwendet. Laut dieser Schuhfirma enthalten die von ihnen verwendeten RFID-Etiketten keine eindeutig identifizierenden Informationen, sondern sie dienen nur dem Zweck, Alarmanlagen auszulösen in Fällen des Ladendiebstahls. Allerdings stellte die Firma Alien Technology auf einer RFID-Konferenz in Chicago im Juni 2003 einen "Wal-Mart Athletic Works"-Laufschuh vor, bei dem ein RFID-Etikett unter der Innensohle angebracht war. Alien Technology sagten, dass dies nur ein Präsentationsmodell sei, und dass es keine aktuellen oder geplanten Versuche oder Anwendungen dieser Modelle gebe. Trotzdem gab es große Begeisterung über die Möglichkeiten von RFID-Chips in Schuhen bei dieser Konferenz. Der offizielle Grund für das Interesse an RFID in Schuhen war, dass damit Schuhgrößen und -paare zusammen gehalten werden könnten. Wir meinen, dass die Durchdringung des Schuhmarktes von RFID-Technik eine beängstigende Realität werden wird, wenn wir den Firmen nicht klarmachen, dass wir Produkte mit Chips nicht kaufen werden!



Verweise, Disclaimer und Credits

Verweise

Wikipedia zu RFID
Überblick über RFID (englisch)
StopRFID Site von CASPIAN. (USA)
Das Standardwerk zur RFID-Technik als Buch
Metro Future Store Seite des FoeBuD e.V.
Laudatio der BigBrotherAwards 2003



Disclaimer

Beim Lesen werden Sie bemerkt haben, dass wir nicht alles und jedes hier ansprechen konnten. Auch wird der Text mit der Zeit inaktueller werden. Machen Sie uns bitte auf Fehler und Auslassungen gerne in einer Mail aufmerksam-- aber seien Sie bitte nicht böse, wenn wir nicht jeden Hinweis sofort einbauen können, sondern erst einmal sammeln.

Credits

Danke an alle, die an diesen FAQ mitgewirkt haben:

Axel Rüweler
Frank Landgraf
Jan E. Hennig
padeluun
Katherine Albrecht


Redaktion:
Claudia Fischer

Übersetzungen:
Sebastian Lisken, Harald Manninga


23.03.2010 13:50
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