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Facebook nimmt seine neuen AGBs nach Protesten wieder zurück

Einer der Marktführer im Bereich der virtuellen sozialen Netzwerke änderte vor zwei Wochen seine AGBs, wodurch laut Gründer Zuckerberg nur die übliche interne Handhabung der Daten rechtlich abgesichert werden solle.

Facebook nimmt seine neuen AGBs nach Protesten wieder zurück

Die Gedanken bleiben glücklicherweise nach wie vor im Besitz des Denkers

Dies bedeutete in diesem Fall, dass Facebook die uneingeschränkten Nutzungsrechte über die gespeicherten Inhalte des Nutzeraccounts erlangte, auch nachdem der Account vom Nutzer gelöscht worden ist. Über 175 Millionen Nutzer besitzen einen Facebook-Account. Über mehr als 175 Millionen sensible Datensätze, bestehend aus sozialen Netzwerksrekonstruktionen, Nachrichten, Fotos und Kontaktdaten konnte Facebook daher nach der AGB-“Anpassung“ frei verfügen - und das auch noch mit rechtlicher Absicherung.

Die Nutzer protestieren nach Presseberichten und der Gründer Zuckerberg kehrte daraufhin wieder zu den alten Nutzungsbedingungen zurück. Ob dies als Erfolg gewertet werden kann, ist jedoch fraglich, da die gängige interne Handhabung der Daten anscheinend längst den kritisierten Änderungen entsprach und sich dies aller Wahrscheinlichkeit nach auch nicht ändern wird. Zumindest konnte jedoch schlimmeres durch die Nutzerproteste verhindert werden, was wiederum zeigt, dass selbst bei großen virtuellen sozialen Netzwerken wie Facebook oder StudiVZ ein Drohpotential von Seiten der Nutzer besteht. Ohne die kritische Nutzermasse ist ein Unternehmen in diesem Geschäftsbereich wenig oder nichts wert, alternative Communities sind genügend vorhanden und Zuckerberg scheint sich darüber im klaren zu sein. Momentan scheint es jedenfalls zu riskant zu sein allzu viel negative Presse durch eine AGB-Änderung in Kauf nehmen zu müssen und somit Nutzer und Werbekunden zu verschrecken. Neue AGBs sollen trotzdem kommen, inwiefern sie eine Einschränkung der informationellen Selbstbestimmung mit sich bringen werden, ist noch unbekannt, genauso wie der Zeitpunkt ihrer Einführung. Daher wird geraten, wachsam zu bleiben - denn Datenkraken schlafen nie.

Es wird empfohlen, keine privaten Inhalte oder Daten in derartige proprietäre Netzwerke einzuspeisen, da das Missbrauchspotential nach wie vor hoch ist. Durch Gesetzesänderungen können die Befugnisse der Anbieter solcher Dienste weit über den Rahmen der technischen Notwendigkeit hinaus bis in unsere Privatsphäre hinein ausgeweitet werden. Was dann mit unseren Daten geschieht, steht dann außerhalb unserer Einflußsphäre. Vor allem Nutzer von StudiVZ oder ähnlichen Diensten sollten sich daher darüber im Klaren sein, dass Fotos von wilden Trinkgelagen in der Studentenzeit sie vielleicht einige Jahre später kompromitieren könnten.

Mehr dazu bei heise

Die zurückgenommenen AGBs zum nachlesen

Was der Guardian über Facebook denkt


Katharina Maria Nocun; Bild: M.Juschkat
18.02.2009 17:03